Johannstädter*innen wählen Bürgervertreter*innen in den ersten Stadtteilbeirat Dresdens

eingestellt am 29.11.2018 von QM Johannstadt

Rund 100 Menschen folgten gestern Abend der Einladung des Stadtteilvereins Johannstadt e.V. und des Quartiersmanagements Nördliche Johannstadt in die JohannStadthalle. Erstmals in Dresden wurden Bürgervertreter*innen in einen Stadtteilbeirat gewählt. Mit dem Modellprojekt, das auch Teil des Dresdner Zukunftsstadtprozesses ist, sollen Beteiligung, Engagement und Zusammenarbeit auf Stadtteilebene gefördert werden. Zusammengesetzt wird der Beirat aus 10 Bürgervertreter*innen sowie 10 Vertreter*innen wichtiger Einrichtungen, die viermal jährlich gemeinsam über aktuelle Themen der Stadtteilentwicklung beraten, sich für die Interessen des Stadtteils einsetzen und über die Verwendung von Mitteln aus zwei Kleinprojektefonds entscheiden sollen. Neben der Wahl nutzten die Besucher*innen die Gelegenheit, sich über Stadtteilverein und Stadtteilbeirat zu informieren sowie mit den 15 anwesenden Kandidat*innen ins Gespräch zu kommen.

Gespräche im Foyer bei der Wahlversammlung zum Stadtteilbeirat (Foto: Matthias Kunert)

Aus 15 Kandidat*innen wurden 7 Bürgervertreter*innen in den Stadtteilbeirat gewählt

Bis 20 Uhr hatten 98 Wahlberechtigte ihre Stimmen im Wahllokal abgegeben. Kurz nach 20.30 Uhr wurden dann die Ergebnisse bekanntgegeben:

  • In der Gruppe der „Senior*innen ab vollendetem 60. Lebensjahr“ setzte sich Ursula Bleul mit 44 Stimmen gegen zwei Mitbewerber durch.
  • In der Gruppe der „Bewohner*innen mit Migrationshintergrund“ setzte sich Sanaa Alsalek mit 52 Stimmen gegen einen Mitbewerber durch.
  • In der Gruppe der „Bewohner*innen mit Behinderung“ wurde Thomas Pietsch als einziger Kandidat mit 77 Stimmen bestätigt.
  • In der Gruppe der „Ladenbesitzer*innen“ gab es mit Bernd Sauer ebenfalls nur einen Kandidaten, der mit 83 Stimmen bestätigt wurde.
  • In der Gruppe der „Freiberufler*innen“ setzte sich Christian Ecklebe mit 49 Stimmen gegen einen Mitbewerber durch.
  • Besonders spannend wurde es in der Gruppe der „nicht näher spezifizierten natürlichen Personen“, wo sich sechs Kandidat*innen auf zwei Plätze bewarben. Auf Platz 1 gewählt wurde Tobias Funke mit 52 Stimmen. Als Zweitplatzierte erhielten Erik Kupfer und Anja Oehmigen jeweils 38 Stimmen.
Wahllokal in der JohannStadthalle (Foto: Andrea Schubert)

Stichwahl bis zum 10.12.2018 im Quartiersmanagement

Aufgrund der Stimmengleichheit ist gemäß Geschäftsordnung zwischen Erik Kupfer und Anja Oehmigen eine Stichwahl durchzuführen. Wer sich an der Stichwahl beteiligen möchte, kann dies im Rahmen der Bürgersprechstunden des Quartiersmanagements am 3.12. von 15-18 Uhr, am 6.12. von 9-12 Uhr und am 10.12. von 15-18 Uhr im Obergeschoss des Johannstädter Kulturtreffs auf der Elisenstraße 35 tun. Wahlberechtigt ist, wer das 16. Lebensjahr vollendet hat und mit einem offiziellen Dokument einen Wohnsitz, ein Gewerbe oder ein Beschäftigungs- / Ausbildungsverhältnis in Johannstadt-Nord oder -Süd nachweisen kann. Da der Zugang zum Büro des Quartiersmanagements leider nicht barrierefrei ist, werden Menschen mit körperlichen Einschränkungen gebeten, telefonisch unter 0351-21961804 einen Termin für eine Wahlmöglichkeit im Erdgeschoss zu vereinbaren.

Foto: Claudia Hertlein

Mit der Nachberufung eines Jugendvertreters und der bereits erfolgten Wahl von zwei Stadtbezirksbeiräten ist die Bürgervertretung im Stadtteilbeirat vollzählig

Aufgrund Abwesenheit konnten drei Kandidaten nicht zur Wahl antreten. Dazu zählte mit Maik Freudenberg auch ein Vertreter der Gruppe der „Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren“, der – weil die Gruppe sonst unbesetzt bleiben würde – nun als achter Bewohnervertreter durch den Vereinsvorstand in den Beirat berufen werden soll. Auf die Plätze 9 und 10 wurden bereits am 15.11. im Stadtbezirksbeirat Altstadt Marco Dziallas und Mirco Piprek gewählt, die zukünftig eine gute Schnittstelle vom Stadtteilbeirat zum nächsthöheren Entscheidungsgremium gewährleisten sollen.

Ergänzt wird die gewählte Bürgervertretung im Stadtteilbeirat durch Vertreter*innen von bis zu 10 wichtigen Institutionen des Stadtteils, darunter soziale Träger von Kinder- und Jugendarbeit, Senioren- und Integrationsarbeit, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Wohnungsunternehmen sowie das Stadtbezirksamt Altstadt. Die Einrichtungsvertreter*innen werden bis zum Ende des Jahres durch den Vorstand des Stadtteilvereins berufen. Im Januar 2019 soll dann das neue Gremium erstmals zusammenkommen.

Die Vorstandsvorsitzende des Stadtteilvereins Johannstadt, Andrea Schubert, und Quartiersmanager Matthias Kunert bedanken sich bei allen, die mit ihrer Mitwirkungsbereitschaft die Wahl überhaupt erst möglich gemacht haben. Dazu zählen neben den Kandidat*innen auch drei Helferinnen aus Pieschen, wo im kommenden Jahr ein weiterer Stadtteilbeirat eingerichtet werden soll.

Weitere Informationen: