Ergebnisse der Informationsveranstaltung zur Kriminalitätsprävention

eingestellt am 20.09.2016 von QM Johannstadt

Rund 50 BesucherInnen kamen auf Einladung des Ortsamtes Altstadt, der Polizeidirektion Dresden und des Quartiersmanagements Nördliche Johannstadt am 5.9.2016 in die JohannStadthalle, um sich über die Sicherheitslage in der Johannstadt und die Möglichkeiten der Prävention zu informieren.

Veranstaltung zur Kriminalprävention in der Johannstadt am 5.9.2016 (Foto: JohannStadthalle)
Veranstaltung zur Kriminalprävention in der Johannstadt am 5.9.2016 (Foto: JohannStadthalle)

Einleitend stellte der Leiter des zuständigen Polizeireviers Dresden-Mitte, Klaus-Jörg Leipnitz, die Kriminalstatistik für den Stadtteil vor. Im Vergleich mit anderen Stadtteilen wurde deutlich, dass die Johannstadt vergleichsweise sicher ist. So gab es im Jahr 2014 insgesamt 1.989 Straftaten, im vergangenen Jahr sogar nur 1.796. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt die Johannstadt damit im unteren Mittelfeld der Dresdner Stadtteile. Mehr als die Hälfte der registrierten Straftaten entfielen auf Diebstahlsdelikte. Große Bedeutung haben zudem Vermögens- und Fälschungsdelikte wie etwa der Waren- und Überweisungsbetrug.

Im Anschluss gab Uwe Müller von der Präventionsabteilung der Dresdner Polizei praktische Tipps, wie sich AnwohnerInnen und Gewerbetreibende schützen können: Da der durch-schnittliche Einbrecher zum Öffnen von Türen und Fenstern nicht mehr als 3-5 Minuten verwendet und zudem den Weg durch zerbrochenes Glas scheut, sollte das Augenmerk insbesondere auf Fenstergriffe und Türen gerichtet werden. Vor allem in den unteren Geschossen sollten beim Verlassen der Wohnung Fenster nicht angekippt gelassen und Türen zweifach abgeschlossen werden. Abschließbare Fenstergriffe für Erdgeschosswohnungen und Türketten oder ein eigener Schließzylinder anstelle der allgemeinen Schließanlage sind leicht anzubringen und schaffen zusätzliche Sicherheit. Für Gewerbetreibende mit Glastüren lohnt sich die Anschaffung einer zusätzlichen Rollgittertür.

Manche Sicherungsmaßnahmen bedürfen der Zustimmung des Vermieters. Seit 2015 ist es ihnen aus Brandschutzgründen verboten, die Haustüren abzuschließen. Die Polizei empfiehlt Vermietern deshalb das Nachrüsten gesicherter Notausgangstüren, die sich nur von innen öffnen lassen. Vielen Delikten kann allerdings bereits mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen vorgebeugt werden, indem fremden Menschen keine Bankdaten anvertraut werden, nicht benötigte Wertsachen und Dokumente vor dem Besuch großer Menschenansammlungen zu Hause gelassen werden und Rucksäcke mit rückseitigen Innentaschen anstelle von leicht entwendbaren Handtaschen getragen werden.

Viele BesucherInnen nutzten im Anschluss die Gelegenheit zur Diskussion mit den beiden Referenten, dem Ortsamtsleiter Altstadt / Neustadt, André Barth, der Abteilungsleiterin Gemeindlicher Vollzugsdienst, Jutta Gerschner, und dem Quartiersmanager für das Soziale Stadt-Gebiet Nördliche Johannstadt, Matthias Kunert. Dabei wurden u.a. folgende Themen angesprochen:

  • Um Fahrraddiebstählen entgegenzuwirken, riet Herr Müller dazu, Räder im Keller gegenläufig zusammenzuschließen oder an festen Gegenständen anzuschließen, die Kellertüren abzuschließen und Keller regelmäßig über den Vermieter entrümpeln zu lassen,
  • Die Zahl der Raubdelikte liegt laut Herrn Leipnitz dresdenweit auf Vorjahresniveau. Besonders gefährliche Ecken sind in der Johannstadt nicht bekannt.
  • Im Hinblick auf die Schulwegsicherheit verwies Herr Barth auf die Aktion „Bärenstarker August“, ein Dresdner Netzwerk von Gewerbetreibenden, die in ihren Räumen eine Schutzzone für Kinder anbieten.
  • Der Anstieg der nichtdeutschen Tatverdächtigen (26,2% in der Johannstadt in 2015 gegenüber 21,1% in 2014) erklärt sich laut Polizeidirektion auch durch das allgemeine Wachstum dieser Bevölkerungsgruppe. Herr Leipnitz wies darauf hin, dass die Polizei mit den allermeisten ausländischen MitbürgerInnen nie etwas zu tun bekomme und 73,8% der Tatverdächtigen deutscher Staatsangehörigkeit seien.
  • Die baulich fertiggestellte Erstaufnahmeeinrichtung des Freistaats Sachsen an der Blasewitzer- / Fetscherstraße ist aktuell nicht belegt. Herr Barth wies darauf hin, dass die Stadt sich für eine öffentliche Vorstellung von Betreiber und Sicherheitskonzept einsetzt, wenn es zu einer Belegung kommen sollte.
  • Frau Gerschner nahm Wünsche der AnwohnerInnen mit nach mehr Kontrollen bei Verkehrsdelikten. Gewünscht wurden u.a. Geschwindigkeitskontrollen auf Elsasserstraße und Holbeinstraße, eine Überprüfung der Fußgängerampel auf der Striesener Straße Höhe Hans-Grundig-Straße, die häufig bei rot überfahren wird, sowie mehr Kontrollen von Radfahrern, die oft unbeleuchtet oder abseits der Radwege unterwegs seien. Frau Gerschner verwies auch auf die Einsatzzentrale des Ordnungsamtes (siehe unten), an die sich BürgerInnen mit konkreten Anliegen wenden könnten.
  • Auf Nachfrage demonstriert Herr Müller von der Präventionsabteilung Türketten, die im Mauerwerk befestigt und in die Klinke eingehängt werden und somit ohne Beschädigung der Türen angebracht und wieder entfernt werden können,
  • Kritisiert und in unmittelbarer Nähe des Trinitatisfriedhofs als pietätlos empfunden wird die Lärmbelastung durch die Skateranlage auf der Brachfläche des ehemaligen Plattenwerks. Herr Kunert vom Quartiersmanagement weist daraufhin, dass die Fläche sich in privatem Eigentum befindet und aufgrund des bestehenden Baurechts jederzeit bebaut werden kann. Zur Eindämmung der Nutzungskonflikte, aber auch zur Erhaltung dieses für Jugendliche weit über den Stadtteil hinaus wichtigen Angebots werde in Abstimmung mit verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung nach Standortalternativen gesucht, was sich allerdings aufgrund fehlender Flächen nicht einfach gestaltet.
  • Herr Leipnitz bestätigt, dass auf frischer Tat gestellte Straftäter von BürgerInnen nach dem sogenannten Jedermannsrecht festgehalten werden dürften, bis die unmittelbar zu verständigende Polizei eintrifft.
  • Hinsichtlich der Strafverfolgung von minderjährigen Straftätern sind der Polizei leider enge rechtliche Grenzen gesetzt, da diese nicht strafmündig sind. Hier komme der gesamtgesellschaftliche Ansatz ins Spiel: Wenn Nachbarn einander kennen, lassen sich schneller Kontakte zu Eltern herstellen und Hilfe in Notsituationen holen.
  • Im konkreten Fall der Eindämmung von Vandalismusdelikten auf dem Grundstück südlich der Schokofabrik sagte das Quartiersmanagement Unterstützung bei der Kontaktaufnahme zum Eigentümer sowie zur mobilen Jugendarbeit (Treberhilfe) zu.
  • Auch städtebauliche Maßnahmen wie eine Verbesserung der Beleuchtung oder die Entfernung von Sichtschutz durch Hecken und Wildwuchs können zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls beitragen. Das Quartiersmanagement sammelt entsprechende Vorschläge und leitet sie an die zuständigen Behörden weiter.

Kontakte:

  • Bürgerpolizist für die Nördliche Johannstadt (Betreuungsbereich 5 nördlich der Striesener Straße): Polizeiobermeister Frank Matthischke, Tel. Festnetz: 0351 / 483 2199, Mobil: 0173-6067789
  • Bürgerpolizist für die Südliche Johannstadt (Betreuungsbereich 4 südlich der Striesener Straße): Polizeiobermeister Fred Thiel, Tel. Festnetz: 0351-4832134, Mobil: 0173 5845902
  • Einsatzzentrale des Ordnungsamts für Verkehrsdelikte: Tel. 0351-4886333

Downloads:

>> Polizeiliche Beratung und Links zum Thema Einbruchschutz (PDF)

>> Gemeinsam für sicheres Wohnen – 10 goldene Regeln (PDF)

>> Veranstaltungsbericht (PDF)