Orte » Planungen für die Zukunft

Die Landeshauptstadt Dresden ist eine wachsende Stadt und wird auch in den nächsten Jahren weiterwachsen. Auch die Nördliche Johannstadt wird an dieser Entwicklung teilhaben. Laut Rahmenkonzept Wohnen der Landeshauptstadt Dresden vom Mai 2015 wird für den Stadtteil bis 2030 ein Einwohnerzuwachs von etwa neun Prozent erwartet. Noch gibt es hier größere bebaubare Flächen, aber der Entwicklungsdruck auf diese Gebiete nimmt stetig zu. Für die nächsten Jahre ist mit einer hohen Dynamik durch private und öffentliche Bauvorhaben zu rechen.

Private Entwicklungsvorhaben

Als bislang größtes Bauvorhaben entwickelt die ZBI-Gruppe in Kooperation mit der Ostsächsischen Sparkasse das Güntzareal zwischen Gerok-, Elisen- und Elsasser Straße. Die Ostsächsische Sparkasse Dresden erweitert ihren Hauptsitz mit einem weiteren Bürogebäude auf der Gerokstraße und investiert hierfür 22 Millionen EUR. Die ZBI lässt ein Quartier der Generation entstehen: Mit einem Gesamtvolumen von mehr als 95 Millionen Euro sollen 211 familien- und seniorengerechte Mietwohnungen, 137 möblierte Apartments für StudentInnen und Geschäftstätige, 1.500 Quadratmeter Bürofläche sowie Handels- und Gastronomieflächen entstehen. Mit rund 390 Tiefgaragenplätzen wird auch die Parkraumsituation berücksichtigt.

Visualisierung Güntzareal, betrachtet von der Ecke Gerokstraße-Elisenstraße, Quelle: Code Unique Architekten BDA

Am Käthe-Kollwitz-Ufer ist laut Bebauungsplan eine Wiedererrichtung der gründerzeitlichen Blockstrukturen vorgesehen. Als erstes konkretes Bauvorhaben plant die Stuttgarter Wohnungsgenossenschaft Flüwo auf dem Grundstück des heutigen Camper-Parkplatzes die Errichtung von 120 Wohnungen mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Millionen EUR. Für die große Brachfläche des ehemaligen Plattenwerks westlich des Trinitatisfriedhofs sieht der rechtskräftige Bebauungsplan eine gemischte Bebauung vor. Baurechtlich möglich, aber in der Umsetzung ebenfalls von den Planungen der Eigentümer abhängig, ist auch eine Erweiterung des Einkaufszentrums von Aldi und Konsum an der Pfotenhauerstraße. Wann und auf welche Weise die Eigentümer von ihrem Baurecht Gebrauch machen, ist bislang nicht bekannt.

Öffentliche Entwicklungsvorhaben

Auch öffentliche Einrichtungen investieren große Summen in der Johannstadt. Zu den größten Bauprojekten zählt der Neubau des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen der Helmholtz-Gesellschaft (DZNE) und des Zentrums für Innovationskompetenz B CUBE am Tatzberg. Gefördert von der Europäischen Union investiert der Freistaat Sachsen in das Bauvorhaben bis 2018 mehr als 40 Millionen Euro. Auf einer Nutzfläche von 5.500 m² sollen hier zukünftig neue Ansätze auf dem Gebiet des „Molecular Bioengineering“ (B Cube) sowie neue präventive und therapeutische Ansätze für Gehirnerkrankungen erforscht werden.

Ein wichtiges Vorhaben der Landeshauptstadt Dresden ist die Neugründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft. Nach dem Wunsch des Stadtrats sollen auch bebaubare Grundstücke im Bereich der Florian-Geyer-Straße und des Käthe-Kollwitz-Ufers als zukünftige Wohnbaustandorte in die neue Gesellschaft eingebracht werden. Von erheblicher Bedeutung für die Entwicklung der Nördlichen Johannstadt dürften zudem die Planungen zur Entwicklung einer Stadtbahntrasse entlang der Pfotenhauerstraße sein, über die jedoch noch nicht abschließend beschlossen und mit deren Realisierung nicht vor 2020 zu rechnen ist.

Die städtebaulichen, sozialen und integrationsbedingten Herausforderungen im Gebiet haben die Landeshauptstadt Dresden veranlasst, die Aufnahme der Nördlichen Johannstadt in verschiedene Förderprogramme zu beantragen. Im Programm „Soziale Stadt“ stellen Bund, Freistaat Sachsen und Landeshauptstadt Dresden 8,6 Mio. EUR Städtebaufördermittel bereit, um das Fördergebiet zwischen Güntzplatz und Arnoldstraße noch lebenswerter für alle Bewohnergruppen zu machen. Insgesamt werden hier zwischen 2014 und 2020 rund 14 Mio. EUR investiert. Im Mittelpunkt steht dabei die weitere Entwicklung und Aufwertung des Stadtteilzentrums zu einem identitätsstiftenden Mittelpunkt des Zusammenlebens. Vorgesehen sind u. a. die Aufwertung des Bönischplatzes, die Errichtung eines Stadtteilhauses und eines Ersatzneubaus der Turnhalle der 102. Grundschule „Johanna“ sowie die Gestaltung von Frei- und Grünflächen sowie Wegeverbindungen. Neben den investiven Maßnahmen wird auch die Arbeit des Quartiersmanagements über das Programm „Soziale Stadt“ finanziert.

Weitere Fördermittel hat die Stadt bei der Europäischen Union beantragt. Das im September vom Stadtrat beschlossene Konzept für die Antragstellung im Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sieht für das Gebiet Johannstadt / Pirnaische Vorstadt ein Investitionsvolumen von 6 Mio. EUR vor. Geplant sind Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Klimaanpassung, zur Demografiegerechten Gestaltung des öffentlichen Raums, zur Stärkung der lokalen Wirtschaft und zum Ausbau der kulturtouristischen und grünen Infrastruktur, darunter auch die Sanierung von Gebäuden und historisch bedeutsamen Grabmalen sowie die Instandsetzung von Wegen und Einfriedungen auf dem Trinitatisfriedhof und Neuen Jüdischen Friedhof. Mit einer weiteren Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) sollen in den Stadtteilen Johannstadt und Pirnaische Vorstadt zahlreiche Projekte zur informellen Kinder- und Jugendbildung, zum lebenslangen Lernen sowie zur sozialen Eingliederung, Integration und Beschäftigungsförderung umgesetzt werden, um eine nachhaltige soziale Gebietsentwicklung zu unterstützen.

Stadtteilcafé „Wie gestalten wir die Nördliche Johannstadt lebenswerter?“ am 16.04.2016, Foto: Beate Schurath

Mitwirkung

Wie der Stadtteil sich entwickelt, ist auch vom Engagement der BewohnerInnen und Einrichtungen im Stadtteil abhängig. Um dieses Engagement zu unterstützen und die vielfältigen Akteure zu vernetzen, hat das Stadtplanungsamt das Quartiersmanagement eingerichtet.

Wir sammeln Ihre Vorschläge und Ideen und tragen diese gebündelt an die zuständigen Stellen weiter. Mit Hilfe des Verfügungsfonds können wir auch die Umsetzung Ihrer Projektideen im Stadtteil fördern. Über die Förderung entscheidet der Quartiersbeirat – ein Gremium aus Bewohner*innen und lokalen Institutionen.

Gern unterstützen wir Sie bei der Entwicklung Ihrer Projektideen.

Quartiersmanagement Nördliche Johannstadt
im Johannstädter Kulturtreff
Elisenstraße 35, 01307 Dresden
Tel. 0351-21961804
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Internet: www.qm-johannstadt.de

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