Menschen » „Ab 12 Grad und Sonnenschein“ – Leander Bienert betreibt Johanns Eisfenster am Bönischplatz

eingestellt am 28.12.2016 von Bertil Kalex, zuletzt geändert am 11.09.2019

Drei Eisdielen betreibt Leander Bienert mit seinem Kompagnon Martin Petzold in der Stadt: in der Neustadt, in Pieschen und in Johannstadt. Das Eisfenster am Bönischplatz lässt nicht vermuten, dass sich dahinter ein 10 Meter tiefer Raum erstreckt mit Deckenhöhen bis zu vier Metern. Jeder Zentimeter wird genutzt, denn hier wird nicht nur Eis verkauft, sondern auch produziert. Raum benötigen auch ein Lager und die altehrwürdigen Eismaschinen aus DDR-Produktion. Mit denen lässt sich nach Leander Bienerts Einschätzung besseres Eis machen als in Italien, wegen der unterschiedlichen Ventilsysteme und Luftzufuhr bekommt es eine eigene Süße. Die Maschinen laufen und laufen, bei den Sorten ändert sich ständig etwas: Erdbeer, Vanille und Schoko bleiben. Aber es gibt jetzt auch vegane Sorten mit Reismilch und Kombinationen wie Roibos-Granatapfel oder Orange-Basilikum. Einige gehen gut, andere verschwinden wieder. An der Johannstadt schätzt Leander Bienert, dass viele Stammkunden kommen, meist Eltern mit ihren Kindern aus den Kitas und Schulen gegenüber, in letzter Zeit aber auch viele ältere Menschen. Und der größte Unterschied zur Neustadt? Dort wird auch noch bei 5 Grad Außentemperatur nach Eis gefragt, in der Johannstadt liegt die Marke etwa bei 12 Grad und Sonnenschein. Für die Zukunft setzt Leander Bienert darauf, dass sich am Bönischplatz etwas ändert:

„Prima ist erstmal, dass jetzt die Verbrauchergemeinschaft (VG) den Laden vorne zur Elisenstraße hin gemietet hat, der stand ja jahrelang leer. Von der VG beziehen wir einen Großteil unserer Produkte, da haben wir es jetzt nicht mehr weit. Und dann braucht ein Eisladen möglichst viel Außenraum. Deshalb hatten wir schon mal versucht, auf dem Platz Stühle und Tische aufzustellen, das wurde aber nicht genehmigt wegen der Straße und dem Autoverkehr – zu gefährlich. Wenn sich da etwas ändert, würden wir expandieren. Das wäre doch für den Platz und die Leute hier eine schöne Sache, und für uns auch.“

Foto: Torsten Birne